Aerofoils & Audi – Die Geschichte hinter dem e-tron foil
Wie aus einer Kelleridee das weltweit erste jetgetriebene eFoil wurde. Die Geschichte von Aerofoils, seine Verbindung zu Audi und was das Produkt heute noch auszeichnet.

Suchst du nach dem Audi e-tron foil, findest du schnell die technischen Daten: Jetantrieb, flüsterleiser Betrieb, Carbon-Konstruktion, kein freiliegender Propeller. Schwieriger zu finden ist die Geschichte dahinter. Wie entsteht ein Produkt, das es in dieser Form noch nie gab – und was verbindet ein bayerisches Startup mit einem der bekanntesten Autohersteller der Welt?
Zwei Welten, eine Idee: Wasser trifft Luftfahrt
Franz Hofmann war Elektrofahrzeugentwickler bei Audi. Windsurfen, Kitesurfen, Paragliding, Speedflying – Wassersport und die Luft waren sein Ausgleich zur Ingenieurarbeit und tief mit allem verbunden, was er beruflich tat. Als er 2014 zum ersten Mal auf einem Hydrofoil stand, war der Gedanke sofort da: ein Audi für das Wasser. Ein Elektrofahrzeug, das auf dem Wasser die gleiche Präzision und Qualität liefert wie ein Auto auf der Straße – kontrolliert, leise, effizient. Und gleichzeitig eine Chance, die e-tron Familie sichtbar zu erweitern und zu zeigen, was technologisch möglich war: Leichtbau, Aerodynamik, ein neuer Lifestyle auf dem Wasser.
Aus dieser Idee heraus kontaktierte Hofmann 2014 Christian Rößler – und legte den Grundstein für das, was später das Audi e-tron foil werden sollte.
Der Mann, der Flugzeuge entwirft – und ein Hydrofoil als Flugzeug für das Wasser sah.
Christian Rößler ist kein gewöhnlicher Ingenieur. Er wurde mehrfach Deutscher Meister im Modellflug, dann Weltmeister und stellte schließlich einen Weltrekord auf. An der Universität lehrte er Flugzeugkonstruktion und entwickelte eigene innovative Konstruktionen. Er gründete AKAModell, eine studentische Vereinigung, die im Modellflug Wettbewerbe bestreitet und Forschungsflugzeuge für Partner wie Airbus gebaut hat – Testumgebungen für Technologien, die die Grenzen des Machbaren in der Luft- und Raumfahrt verschieben.

Als Hofmann zusammen mit Rößlers Bruder Hansi mit der Idee einer Carbon-Finne für Kitesurfen auf ihn zukam, war Rößler zunächst skeptisch. Doch dann machte es Klick: Ein Hydrofoil ist im Grunde ein Flugzeug für das Wasser – und eFoiling, das Gleiten über der Oberfläche, ist der natürliche nächste Schritt im Wassersport. Aerodynamik, Materialien, Konstruktionsprinzipien – alles, was er in zwei Jahrzehnten in der Luftfahrt aufgebaut hatte, war direkt anwendbar.
Ihr erstes gemeinsames Projekt waren Carbon-Finnen fürs Kitesurfen. Sie funktionierten. Gut genug, um weiterzumachen.
Zwei sehr unterschiedliche Schulen, ein gemeinsames Ziel
Was Aerofoils bis heute auszeichnet, ist die Kombination zweier sehr unterschiedlicher Welten. Hofmann bringt Wassersport-Erfahrung und eine tiefe Verankerung in der Automobilindustrie mit – das Wissen, wie Serienproduktion funktioniert, wie Qualität auf Automobilniveau erreicht wird, wie ein Produkt gebaut sein muss, um im realen Einsatz zu bestehen. Rößler bringt die Luftfahrt mit: Leichtbau, Aerodynamik und das unerbittliche Streben, jedes letzte bisschen Performance aus jeder einzelnen Komponente herauszuholen.
'Ich komme vom Wasser, er kommt aus der Luft', wie Hofmann es ausdrückt. Genau diese Kombination macht den Unterschied.
Die Idee, von der alle sagten, sie könne nicht funktionieren
Herkömmliche eFoils nutzen einen offenen Propeller – sichtbar, rotierend, in direktem Kontakt mit dem Wasser. Das Prinzip funktioniert, birgt aber ein inhärentes Risiko: freiliegende rotierende Teile in einem Sport, bei dem Stürze dazugehören.

Rößler und Hofmann wollten eine andere Lösung. Ein vollständig gekapselter Jetantrieb, integriert in den Mast des Boards – kein Propeller im offenen Wasser, keine rotierenden Teile außerhalb des Gehäuses. Das System saugt Wasser an, beschleunigt es intern und stößt es in einem kontrollierten Strahl aus.
Das Problem: Viele hielten das für zu ineffizient, um praktikabel zu sein. Rößler ließ sich nicht abschrecken. Die Antwort lag in der präzisen Anwendung von Luftfahrtprinzipien auf die Fluiddynamik im Wasser – zwei Jahrzehnte Expertise, die genau im richtigen Moment abgerufen wurde.
Das Ergebnis: leise, effizient, frei vom Widerstand hervorstehender Komponenten. Und mit einem Sicherheitsprofil, das bis heute einzigartig auf dem eFoil-Markt ist.
Aus dem Keller auf die Weltbühne
Die Entwicklung begann in einem heimischen Keller. Frühe Prototypen, Tests auf bayerischen Seen, Iterationen bei Materialien und Konstruktion. Durchweg Carbon-Komponenten – denn die Luftfahrttechnik kennt für diese Anforderungen kein anderes Material. Ein Board, gebaut, als käme es direkt aus einer Flugzeugfabrik.
Das Konzept wurde Audi vorgestellt – und stieß auf echte Begeisterung. Design- und Innovationsmanagement-Teams boten ihre Unterstützung an, und es wurden spezielle Workshops für das Foil eingerichtet. Gemeinsam wurde das Produkt auf der Kieler Woche, der CES in Las Vegas und der LA Auto Show präsentiert. Es hieß nun Audi e-tron foil.
Hofmann beschreibt diese Phase als eine Dynamik, wie er sie in keinem früheren Projekt erlebt hatte. Die Kundennachfrage war so stark, dass schnell klar wurde: Dieses Produkt sollte nicht auf einer Messe bleiben – es musste für alle verfügbar sein.
Vom Projekt zum Unternehmen
2017 gründeten Hofmann und Rößler die Aerofoils GmbH als unabhängiges Spin-off. Flexibler, agiler – mit einer klaren Mission: das beste eFoil der Welt zu bauen und es wirklich zugänglich zu machen.
Was als Audi e-tron foil bekannt wurde, ist heute die Grundlage einer ganzen Produktfamilie. Adventure, Performance, Competition, Hyperfly und Airfly decken unterschiedliche Volumina, Fahrstile und Einstiegslevel ab – vom aufblasbaren Hyperfly mit 230 Litern für einen entspannten Einstieg bis zum 73-Liter Competition für erfahrene Fahrer. Alle teilen die Ingenieursprinzipien, die in das allererste, im Keller gebaute Foil eingeflossen sind.
Das nächste Kapitel
2025 wurde Aerofoils Teil der Rosenxt Group – einer der weltweit führenden Technologiekonzerne. Für das Unternehmen bedeutet das eine größere industrielle Reichweite, verbesserte Skalierbarkeit und eine langfristige F&E-Perspektive, ohne die Standards zu kompromittieren, die das Produkt vom ersten Tag an definiert haben.
Das Audi e-tron foil ist die Antwort auf eine Frage, die sich zwei Ingenieure 2014 am Wasser stellten: Was wäre, wenn man ein Elektrofahrzeug für das Wasser bauen würde, das die Effizienz und Präzision eines Audi mit der Aerodynamik eines Flugzeugs verbindet? Diese Antwort – ein Jetantrieb, den viele für unmöglich hielten, in einem Produkt, das aus einem Keller auf die Weltbühne gelangte – lebt in jedem Board weiter, das Aerofoils baut.
Das ist erst der Anfang.
FAQ
Was ist das Audi e-tron foil?
Das Audi e-tron Foil ist ein elektrisch angetriebenes hydrofoil , das ursprünglich in Zusammenarbeit zwischen den Aerofoils und Audi entwickelt und unter dem Namen „e-tron Foil“ auf Veranstaltungen wie der CES in Las Vegas und der LA Auto Show vorgestellt wurde. Es war das erste eFoil, das statt eines freiliegenden Propellers über einen vollständig gekapselten Jetantrieb verfügte.
Wer hat das Audi e-tron foil entwickelt?
Es wurde von Franz Hofmann und Christian Rößler entwickelt. Hofmann arbeitete als Entwickler für Elektrofahrzeuge bei Audi und brachte den Wassersport- und Automobilhintergrund mit. Rößler ist Modellflug-Weltmeister und Weltrekordhalter, der an der Universität eigene Flugzeugdesigns entwickelt – er steuerte die luftfahrttechnische Perspektive bei.
Was ist die Verbindung zwischen Aerofoils und Audi?
Die Idee entstand während Hofmanns Zeit als Audi-Entwickler. Das Foil wurde gemeinsam mit Audi auf internationalen Messen präsentiert. Aufgrund der starken Nachfrage gründeten Hofmann und Rößler 2017 die Aerofoils GmbH als unabhängiges Spin-off, um das Produkt in Serie zu bringen und für jedermann zugänglich zu machen.
Was macht den Jetantrieb des e-tron foils so besonders?
Statt eines offenen Propellers verwendet das e-tron foil einen vollständig gekapselten, in den Mast integrierten Jetantrieb. Wasser wird angesaugt, intern beschleunigt und in einem kontrollierten Strahl wieder ausgestoßen. Das Ergebnis: nahezu geräuschloser Betrieb, reduzierter Widerstand und ein deutlich höheres Maß an Sicherheit – keine freiliegenden rotierenden Teile im Wasser.
Welche Aerofoils Modelle gibt es heute?
Die aktuelle Produktfamilie umfasst fünf Boards: Adventure, Performance, Competition, Hyperfly und Airfly. Sie decken eine Reihe von Volumina, Fahrstilen und Einstiegsniveaus ab – vom aufblasbaren Hyperfly mit 230 Litern für einen entspannten Einstieg bis zum 73-Liter Competition für erfahrene Rider.